germanin

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Die Darstellung einer Germanin,

lag mir schon lange am Herzen ;0)

und zwar einer Brukterin aus dem Umgebungsgebiet hier .

 

 Da dies alles hier Großraum Dortmund ist-

kam mir ein aktueller Fund in Dortmund -Asseln gerade recht.

 

Beim archäologischen Erschließen dieses Gräberfeldes traten reiche Perlenfunde zutage ,

die mit einer Austellung immer noch unterwegs sind.

 

Perlen derselben Machart-

teilweise fast identisch,

stelle ich in Zusammenarbeit mit dem Archäologen Christian Wilczewski her ,

der über seine Ausgrabungen von Perlen dieser Zeit-

(genauer gesagt aus dem Gräberfeld von Rödingen,

fränkischer Bestattungsplätze  des 5.-7. Jahrhunderts)

 seine Dissertation schrieb.

 

Er unterstützte auch meine Gewanddarstellungsfindung...

vielen Dank nochmal dafür Chris ;0)

 

 Hier hatte das Überkleid noch keine Borten

...erste Anprobe sozusagen ;0)

 

 

Kleidung und Ausstattung der Dame zu Asseln waren mein Vorbild,

meine Darstellung  ist jedoch keine Kopie der Austellungsdarstellung- 

sondern eine freie Interpretation,

die sich an den Funden von Dortmund

und anderen dieser Zeit orientiert .

 

Auf dem nächsten Bild seht ihr ,

was eine Fränkin außerdem noch so alles brauchte ;0)

 

 

Mein Fränkinnengehänge mit Amuletten

( eine Riesencyprea, ein Stck. Hirschgeweih, ein durchbohrter Bergkristall , eine Augenperle)

Bügelscheere im Lederetui und Zierscheibe,

samt funktionsfähiger /abnehmbarer Replik eines Allemannenfeuerschlägers ,

ein wahres Schmuckstück ( die Broncescheiben sind mit Echtsilberbolzen in das Feuereisen eingeschlagen) ;0)

 

Eine Brettchenborte nach dem Muster einer Ärmelsaumborte,

 aus dem Grab der  Merowinger- Königin Barthilde

( die aufgerollte schmale hell-bunte Borte auf dem Bild oben ) -

wird demnächst die Ärmelsäume eines neuen Kleides/Untergewandes zieren ;0)

 

Die rotweiße Rautenborte an der Tischkante ziert die Stoßkanten meines Halbkreismantels aus dunkel Kamel-braun gefärbter Wolle.

 

Außerdem seht ihr eine S-Fibelreplik ( n. Fund aus Altenerding Grab.558/um 540 n. Chr. ) ,

 eine Vogelkopfbügelfibelreplik ,

Goldohrringe mit Glasperlen und einen Goldring mit Almandin ( Granat ) .

 

Und natürlich meine Fränkinnen/Merowinger aus Glas,

die lange äußere Kette ist nach den Rödinger Perlfunden unseres Archäologen Chris gedreht,

die innen liegende kürzere sind Repliken des Asselner Fundes.

 

An den noch leeren , trodierten Zierring neben der Zierscheibe,

kommt noch ein Amullettäschen aus Leder.

 

An den Füßen trage ich dazu schlichte schwarze Bundschuhe.

 

Ich habe mich für diese lange Kleidvariante entschieden ....,

da ich die kurzen Kleider,

die so gemeinhin für diese Völkerwanderungszeitliche Frauenbekleidung angenommen werden,

mir nicht wirklich für mich vorstellen kann.

Wadengarnituren schon mal gleich gar nicht ...loool!

( Ich fand Sockenhalter schon immer gruselig ...brrr...)

 

Außerdem ist die Länge der Säume reine Vermutung ;0)

Man geht davon aus,

das die reich geschückten Wadengarnituren-

ja auch zu sehen gewesen sein sollten.

 

Bewiesen oder gar so gefunden worden ist das bislang nicht ,

wie so vieles der  leicht vergänglichen Materialien "Kleidung" .

 

Trachten oder Trageweisen von Kleidungsstücken wurden

und

werden oft nur anhand der Metallbestandteile eines Grabes rekonstruiert.

Stoffstrukturen/Farben/Webarten oft nur anhand,

von an diesen Metallteilen festkorrodierten Fetzenresten,

eines ehemals daran/darunter getragenen Kleidungsstückes.

 

Und das erklärt denke ich ,

 sehr gut die Schwierigkeit jeder glaubwürdigen  Kleidungsrekonstruktion.

 

Und wenn du denkst noch so gut und gewissenhaft gearbeitet zu haben,

sagte mir  ein Archäologe ....

so kannst du davon ausgehen,

das du mindestens zu 75% daneben liegst ;0)

( Danke Norbert für deine radikalen Ansichten zu diesem Thema,

die mich immer noch zum Nachdenken bringen )

 

 

 

 



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